Das Imperium bereitet weiter seinen Öl-Krieg gegen den Iran vor

Nancy Montgomery (Luftpost)
Oct 23, 2009

Zur Vorbereitung des beabsichtigten Luftkriegs gegen den Iran übt eine US-Patriot- Einheit aus Kaiserslautern in Israel mit der israelischen Armee das Abfangen iranischer Raketen.

1000 US-Soldaten treffen zu einer Übung in Israel ein
Sie sollen üben, wie feindliche Raketen abgeschossen werden
Von Nancy Montgomery
STARS AND STRIPES, 23.10.09
( http://www.stripes.com/article.asp?section=104&article=65557 )
TEL AVIV, Israel – Mehr als 1.000 US-Soldaten mit den technisch ausgefeiltesten Waffen der US-Army kamen in dieser Woche in Israel an, um den Abschuss feindlicher ballistischer Raketen zu üben und Israel vor potenziellen Gegnern – am wahrscheinlichsten vor dem Iran – zu schützen.

Die Raketenabwehr-Übung findet unter dem Namen Juniper-Cobra (Wacholder-Kobra) seit 2001 alle zwei Jahre statt. Aber das diesjährige Training wird in einer Zeit wachsender regionaler Spannungen durchgeführt und ist überschattet von tiefer Besorgnis über die vermuteten Pläne des Irans zum Bau einer Atombombe.

"Die Übung muss in Zusammenhang mit dem iranischen Streben nach Atomwaffen gesehen werden. Sie soll der Beruhigung der Israelis dienen und anderen das Ausmaß unserer Besorgnis demonstrieren," sagte John Pike von GlobalSecurity.org. (Die Website GlobalSecurity.org. befasst sich mit allen militärische Fragen aus der Sicht der US-Streitkräfte, s. http://www.globalsecurity.org/ .)

"Es ist eine sehr schnelle und umfangreiche Demonstration der Raketenabwehr-Pläne der neuen (US-)Regierung."

Letzten Monat hat Präsident Barack Obama Pläne für einen Raketenabwehrschild gegen den Iran vorgelegt, mit dem Europa und der Nahe Osten verteidigt werden sollen. Nach diesem Plan werden auf Schiffen installierte Abfangraketen gegen Kurz- und Mittelstreckenraketen und landgestützte Abfangraketen gegen Interkontinentalraketen eingesetzt.

Für Experten illustriert der neue Plan eine Änderung der Einschätzung der hauptsächlich vom Iran ausgehenden Bedrohung.

"Die Tendenz zur Weiterverbreitung ballistischer Raketen, die potenziell auch mit Atomsprengköpfen bestückt werden könnten, erzeugt ein Gefühl höherer Dringlichkeit," sagte Baker Spring von der Heritage Foundation. (s. http://de.wikipedia.org/wiki/Heritage_Foundation )

Er fügte hinzu: "Offensichtlich geht vom Iran die auffallendste und wahrscheinlichste Bedrohung aus. … Aber was geschieht, wenn Pakistan zum Problem wird, oder wenn der Iran Atomwaffen hat und und ein neues Wettrüsten im Nahen Osten einsetzt?"

Militärs der USA und Israels spielten die gegenwärtigen Ereignisse mit der Aussage herunter, die gerade durchgeführte Übung gehöre in eine bereits (seit 2001) laufende Reihe und sei schon lange geplant gewesen. Außerdem gebe es im Nahen Osten immer Spannungen.

"Wann gibt es keine Spannungen?" fragte Admiral John Richardson von der US-Navy, der das Manöver leitet. "Das ist die fünfte in einer Reihe von Juniper-Cobra-Übungen, in denen die Beziehungen zwischen den Streitkräften der USA und Israels immer besser geworden sind," sagte er. "Wir wollen kräftig üben, damit wir immer besser werden."

Tatsächlich hatte das Training 2005 etwa den gleichen Umfang und fand auch in einer Zeit statt, in der nach damaligen Zeitungsberichten die Spannungen im Nahen Osten gerade wieder einmal wuchsen. Außerdem äußerten Offizielle, es gebe keinen Zusammenhang zwischen den Spannungen und dem Manöver.

"Es besteht absolut keine Verbindung zwischen dieser Übung und irgendwelchen Entwicklungen in dieser Region," sagte eine Sprecherin der U.S. Army Europe / USAREUR. "Wie immer möchten wir aus diesem Training nur neue Lehren ziehen."

Die US-Soldaten, die hauptsächlich von der U.S. Army Europe kommen und dem US-Hauptquartier für Europa (EUCOM in Stuttgart) unterstehen, treffen seit etwa zehn Tagen in Israel ein.

"Für uns hat die Übung keine politische Bedeutung," sagte Lt. Col. (Oberstleutnant) Kevin Ciocca, der Kommandeur des 5th Battalion der 7th Air Defense Artilllery / ADA der 069th Air Defense Artillery Brigade (des 5. Bataillons des 7. Flugabwehr- Regiments der 69. Flugabwehr-Brigade), die in Kaiserslautern stationiert ist. "Wir trainieren nur Soldaten."

Ciocca ist mit etwa 400 Soldaten ins Manöver gezogen. Für sie gehe es nur darum, mit der Ausrüstung umzugehen, die Systeme einzurichten und das zu üben, was sie im Krieg zu tun haben.

"Wir bilden Soldaten aus und machen sie bereit zum Kampf, ohne Rücksicht auf die politische Umgebung," sagte Ciocca. "Für uns ist es am wichtigsten, dass wir hier die Gelegenheit haben, unsere Soldaten im Zusammenwirken mit Schiffen, Flugzeugen und Koalitionsstreitkräften zu trainieren. Das sind Möglichkeiten, die wir in Deutschland wirklich nicht haben."

Er teilte mit, dass seine Soldaten, die mit Patriot-Abwehrsystemen ausgerüstet sind, gegen Ende des Manövers sechs scharfe Raketen auf Ziele abfeuern werden, die Israelis nur vier.

Auch die US-Navy nimmt teil, wenn auch in geringerem Maße, als die Zeitungen berichtet haben. Unter Berufung auf ungenannte Offizielle des israelischen Verteidigungsministeriums war gemeldet worden, dass 17 Schiffe der US-Navy an dem Manöver beteiligt seien. Nach (Admiral) Richardsons Aussage nimmt aber nur die USS "Higgins", ein Lenkwaffen-Zerstörer teil, der aber selbst keine Abfangraketen verschießen wird.

Richardson sagte, in diesem Jahr würden neue Fähigkeiten geübt, lehnte es aber ab, nähere Angaben zu machen. Schon im April hatten etwa 100 in Europa stationierte Personen an einer Raketenabwehr-Übung teilgenommen, bei der zum ersten Mal ein den Vereinigten Staaten gehörendes Radarsystem – ein X-Band-Radar – eingesetzt wurde.

Dieses System, das vor einem Jahr nach Israel verlegt wurde und (zu dessen Bedienung) US-Soldaten zum ersten Mal dauerhaft in Israel stationiert sind, soll Israel beim Start iranischer Raketen frühzeitig warnen. Das X-Band-Radar wurde auf der Nevatim Air Base in der Negev-Wüste installiert; dieser Flugplatz ist ebenfalls an der Übung beteiligt. (s. http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP18508_031008.pdf ).

Das X-Band-Radar wurde dafür entworfen, Raketen schon kurz nach dem Start zu erfassen und zu verfolgen. Nach Angabe der DenfenseNews (einer Website der US-Rüstungsindustrie, s. http://www.defensenews.com/ ) wird erwartet, das dieses Radarsystem die Vorwarnzeit beim Anflug iranischer Raketen verdoppelt oder sogar verdreifacht und Israel damit die Möglichkeit gibt, die gestarteten Raketen nicht nur zu entdecken und zu verfolgen, sondern auch rechtzeitig abzufangen.

Spring (von der Heritage Foundation) meinte, die Raketenabwehr sei eine viel bessere Option als ein Vergeltungsschlag (mit eigenen Raketen).

"Amerikaner und Israelis streben nicht nach Vergeltung," erklärte Spring. "Sie wollen eigentlich nur geschützt werden."

Das Juniper-Cobra-Manöver werde in diesem Jahr voraussichtlich 10 bis 15 Millionen Dollar kosten, sagte Maj. (Major) Daniel Meyers, ein Sprecher der U.S. Army Europe.

"Dürfen Kosten eine Rolle spielen, wenn es um Freundschaft geht? Kann den Wert für die die Partnerschaft (zwischen den USA und Israel), den diese Übung hat, in Dollars gemessen werden?" fragte er.

(Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Anmerkungen in Klammern und Hervorhebungen versehen. Nach unserem Kommentar drucken wir den Originaltext ab.)
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Unser Kommentar

Wie wir in der LUFTPOST 203/09 bereits vermutet haben, kommt die US-Einheit, die mit ihren Patriot-Raketen in Israel iranische Raketen abfangen soll, aus Kaiserslautern. (s. http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP20309_210909.pdf )

Trotz aller gegenteiligen Beteuerungen ist dieses Manöver wie seine Vorgänger natürlich die Vorbereitung für den Fall, dass der Iran nach einem israelischen Luftangriff auf seine Atomanlagen als Vergeltungsmaßnahme Raketen auf Israel abfeuert.

Da das von US-Soldaten bediente US-X-Band-Radar in der Negev-Wüste bei einem Gegenschlag des Irans natürlich zu den wichtigsten Zielen gehört, können die USA behaupten, sie seien ebenfalls angegriffen worden, und sofort in den von Israel angezettelten Luftkrieg gegen den Iran eingreifen.

Dass an diesem heraufziehenden neuen völkerrechts- und verfassungswidrigen Angriffskrieg wieder US-Einheiten aus Kaiserslautern und anderen Standorten in der Bundesrepublik und das EUCOM in Stuttgart beteiligt sind, scheint den Bundestag, die Bundesregierung, die deutsche Justiz und die politischen Parteien der Bundesrepublik nicht zu interessieren.

Wir können unsere Leser nur nochmals bitten, die Politiker durch geeignete Ansprache zum Handeln aufzufordern. Wer das nicht kann, sollte wenigstens den Ramsteiner Appell unterschreiben und selbst massenhaft Unterschriften sammeln, damit wir nachweisen können, dass die Bevölkerung der Bundesrepublik mit der Untätigkeit deutscher Politiker und Juristen nicht einverstanden ist (s. http://www.ramsteiner-appell.de/ ).


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