
[home][about][contact] [getting involved] [Educational][Academic] [Media Watch][Views]

Der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London will Schiffe, die den Iran anfahren, nicht mehr versichern, sollten die USA entsprechende Sanktionen beschließen. Die US-Regierung will Firmen bestrafen, die mit dem Iran Handel treiben und auch in den USA tätig sind.
Der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London will unilateralen US-Sanktionen folgen und Benzinlieferungen an den Iran gegebenenfalls nicht mehr versichern. „Sollte das Gesetz verabschiedet und Sanktionen umgesetzt werden, würden wir uns fügen und sicherstellen, dass die Versicherer ihnen folgen“, sagte Sean McGovern, Chef der Rechtsabteilung bei Lloyd’s. Man fordere die Versicherer auf, ihre Verträge nach Schiffen durchzusehen, die den Iran anfahren. Die Firmen könnten verpflichtet werden, dies fortan zu unterbinden.
Der Schritt würde den iranischen Import von Raffinerieprodukten stark beeinträchtigen. Teheran muss wegen des maroden Zustands seiner Raffinerien rund 40 Prozent seines Benzinbedarfs importieren. Die Lloyd’s-Ankündigung zeigt, dass unilaterale US-Sanktionen auch ohne eine weitere Sanktionsrunde im Uno-Sicherheitsrat Einfluss auf internationale Firmen hätten. US-Regierungsvertreter, darunter Außenministerin Hillary Clinton, sammeln derzeit Unterstützung für schärfere internationale Strafmaßnahmen. Bislang lehnt die Uno-Vetomacht China diese ab.
Das geplante schärfere US-Gesetz würde Firmen bestrafen, die mit dem Iran Handel treiben und auch ein US-Geschäft betreiben. Es soll sich vor allem gegen Benzinlieferungen an den Iran richten. Die USA und ihre Verbündeten halten den Iran hier für besonders verwundbar. Entsprechende Gesetzesvorlagen haben Senat und Repräsentantenhaus passiert und müssten noch zu einem Gesetz geeint werden.
Acht bis zehn Prozent der weltweiten Schiffstransporte werden über Lloyd's abgedeckt. Wie viele der versicherten Schiffe den Iran anfahren, könne schwer festgemacht werden, weil Versicherer nicht über jeden Anlaufpunkt ihrer Schiffe informiert seien, hieß es.